Guntersblum

Guntersblum – von den Römern zu den Rheinhessen

Im Südosten von Rheinland-Pfalz am Rhein gelegen, begeistert der Weinort Guntersblum seine Besucher vor allem durch sein mediterranes Flair.

Schon die Römer, Burgunder und die Franken besiedelten diesen Landstrich und so verwundert es nicht, dass Guntersblum bereits um 830 im Lorscher Codex erwähnt wurde. Der Marktflecken blickt mittlerweile auf eine fast 1200-jährige Geschichte zurück.

Der Name Guntersblum und seine Bedeutung

Historiker vermuten, dass der Namensgeber von Guntersblum in einer engen Beziehung zu den Burgundern stand, die sich von 413 bis 436 in der Gegend von Worms aufhielten. So stammt der erste Namensbestandteil von dem burgundischen Eigennamen „Gunther“. Der 2. Teil, das „blum“, hat seinen Ursprung im mittellateinischen „prumarium“, was übersetzt „Pflaumengarten“ bedeutet. Man könnte Guntersblum also wie folgt übersetzen: „Garten des Gunthers mit Pflaumenbäumen“.

Weinbau statt Obstwiesen

Heute wird die Guntersblumer Landschaft weniger durch Obstbau, denn durch den Weinbau geprägt. Die Qualität des Guntersblumer Weines wussten bereits vor mehreren hundert Jahren die ehemaligen Besitzer, nämlich das Bistum Köln, zu schätzen. Immerhin gibt es Belege dafür, dass bereits in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts Guntersblumer Wein auf Schiffen nach Köln transportiert wurde. Auch die späteren Herren von Guntersblum achteten und profitierten vom Wert des Weines. Aus dem Kirchenbesitz ging Guntersblum vor 1242 in die leiningische Herrschaft über. Auf die Leininger folgten die Franzosen bis Guntersblum 1815/ 1816 hessisch wurde.

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Foto: Christa Ohnacker

Guntersblum heute

Mittlerweile zählt Guntersblum schon längst zum Bundesland Rheinland-Pfalz und war bis 2014 Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Heute ist das Ort Teil der neuen Verbandsgemeinde Rhein-Selz. Die knapp 4.000 Einwohner profitieren von einer gewachsenen Infrastruktur und der, trotz der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet, wohltuenden Ruhe. Flächenmäßig umfasst Guntersblum 1.668 Hektar, die zum überwiegenden Teil land- und forstwirtschaftlich genutzt werden. Knapp ein Drittel der Gesamtfläche wird weinbaulich genutzt. Zu den bekanntesten Lagen zählen die Guntersblumer Vögelsgärten.

 Sehenswertes in Guntersblum

Evangelische Kirche, der Nordturm erbaut um 1100, der Südturm nach Einsturz (1702) um 1840 analog zum Nordturm wieder aufgebaut. Dabei wurden die ehemals fatimidischen Kuppeln neu gestaltet. Innenausstattung: um 1200 Tympanon mit Kreuzigungsszene, um 1490 Löwentaufstein. Orgel: 1765 Orgelprospekt von Stumm, 1912 Orgel von Bechstein. 1840 Wand- und (nur über der Orgel) Deckenbemalung. (1985 restauriert).

 

Foto: Christa Ohnacker

Foto: Christa Ohnacker

Altes Schloss, Alsheimer Straße, erbaut 1704/1708, heute Sitz der Ortsgemeindeverwaltung.

Foto: Christa Ohnacker

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Neues Schloss, Hauptstraße, erbaut ab 1787, heute in Privatbesitz.

Foto: Christa Ohnacker

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Dalberger Hof, (ehemaliger kurkölnischer Lehnshof), Kirchstraße 1.

Ehemaliger Hof des Deutschen Ordens, Hauptstraße 42.

Foto: Christa Ohnacker

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Ehemaliger Hof des Wormser Domstifts mit Zehntscheuer, Bleichstraße 14.

Obersteinischer Hof (ehemaliger Adelshof), Bleichstraße 17,

Homburger Hof (ehemaliger Adelshof) Alsheimer Straße 19,

von Kaltenbachisches Haus (ehemaliger Adelshof), Julianenstraße 44,

Polyscher Hof (ehemaliger Adelshof), Ölmühlstraße 9/11,

Julianenbrunnen und Kellerweg.

Foto: Christa Ohnacker

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Foto: Christa Ohnacker

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Bilder rund um Guntersblum